Fotoschule Technik

Festbrennweiten

Festbrennweitenobjektive Festbrennweiten bieten meist eine sehr hohe Lichtstärke, manche Objektive beginnen schon mit einer Anfangsblende von f1.2 oder noch geringer. Diese hohe Lichtstärke ermöglicht Fotos bei wenig Licht und ermöglicht außerdem kurze Verschlusszeiten bzw. verhindert den Einsatz von hohen ISO-Werten und dem damit verbundenen Bildrauschen.

Die Bildschärfe und Bildqualität ist bei diesen Objektiven besonders gut, da sie keinen Zoommechanismus besitzen, allerdings ist dafür die Möglichkeit des Heranholens von Motiven nicht gegeben. Deshalb sind Festbrennweiten ziemlich unflexibel und gerade bei schnell wechselnden Situationen, wie der Hochzeitsreportage, nicht die erste Wahl. Denn gerade dabei wäre es mehr als ärgerlich, wenn man aufgrund eines Objektivwechsels einen wichtigen Moment nicht festhalten kann. Für Anfänger ist eine Festbrennweite in der Normalbrennweite von 50mm an Vollformat (28mm an Cropkameras) empfehlenswert, da so der Fotograf den Blickwinkel und seine Position zum Motiv ständig verändern muss und nicht einfach den Zoomring drehen kann um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Dadurch werden Fotos überlegter gemacht und sind in der Regel besser, zudem wird das "Fotografische Auge" geschult, denn diese Brennweite entspricht dem Blickwinkel, den wir Menschen mit unserem Auge sehen. Mit Festbrennweiten kann man außerdem besser mit der Schärfe/Unschärfe spielen. Die große Blendenöffnung ermöglicht Portraits, bei denen die Augen knackscharf sind und die Haare bzw. der Hintergrund in Unschärfe versinken.

Natürlich sind Festbrennweiten kompakter und meist auch leichter als ein Zoomobjektiv, allerdings benötigt man auch mehrere Festbrennweiten um den Brennweitenbereich des Zooms abzudecken und hat damit am Ende sogar mehr Gewicht in seiner Fototasche als mit einem Zoomobjektiv. Festbrennweiten sind unübertroffen, wenn man das maximale an Bildqualität möchte und man die Zeit hat, hin und wieder das Objekitv zu wechseln. Das ist möglich, da durch den fehlenden Zoommechanismus weniger Linsen verbaut werden müssen. Aber Festbrennweiten sind nicht automatisch günstiger als Zoomobjektive, man sollte also immer schauen, was man genau haben möchte.

Meist verwendet man Festbrennweiten, wenn man:

  • eine sehr geringe Tiefenschärfe haben möchte
  • bei sehr wenig Licht fotografiert (Sport, Available Light oder Konzerte)
  • extrem kurze Verschlusszeiten benötigt
  • besonders gute Abbildungsqualität benötigt
  • hohe Bildschärfe haben möchte

Gerade am Anfang seiner fotografischen Laufbahn überlegen Viele, ob sie sich eine Festbrennweite kaufen sollen und wenn ja in welcher Brennweite. Dabei muss man sich irgendwann entscheiden, welche Brennweite das Objektiv haben soll. Oft hat man zu diesem Zeitpunkt bereits ein Zoomobjektiv daheim liegen und kann ganz beuqem testen, welche Brennweite einem am meisten zusagt. Dazu kann man einfach sein Zoom mit einem Streifen Klebeband bei einer Brennweite "fixieren". So wird man schnell merken, ob man eher der 35mm oder der 50mm Typ ist - Natürlich kommt es auch darauf an, was man fotografieren möchte und welche Sensorgröße man hat.

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