Fotoschule Technik

Entfesselt Blitzen

Entfesselt BlitzenEntfesselt Blitzen bedeutet, dass man den Aufsteckblitz von der Kamera löst, ihn also frei positionieren kann und somit die Möglichkeit hat, viel kreativer zu fotografieren. Außerdem können durch das entfesseln des Blitzes auch mehrere Blitze zusammen verwendet werden und wodurch viele, sehr schöne, Lichtsetups erstellt werden können.
 
Doch wie bringt man den Blitz dazu auch dann auszulösen, wenn er nicht auf der Kamera steckt?
Für dieses "Problem" gibt es verschiedene Lösungsansätze:
  • Mit einem Synchronkabel, welches auf den Blitzschuh der Kamera gesteckt und mit dem Blitz verbunden wird
  • Mit dem eingebauten Blitz der Kamera die anderen Blitze auslösen
  • Mit einem Funkauslöser
Die erste Möglichkeit hat die Nachteile, dass man sich eventuell mit einem Kabelsalat abfinden muss und es schwierig wird mehrere Blitze zu steuern. Dafür ist so ein Kabel aber auch nicht teuer. Bei der zweiten Möglichkeit nutzt man den internen Blitz der Kamera (Master) um damit die anderen Blitze (Slave) zu steuern. Dafür müssen die Kamera und auch die Blitze diese Technik unterstützen. Außerdem sollte ein direkter Sichtkontakt zwischen den Geräten gegeben sein um Fehlauslösungen zu vermeiden. In Räumen reicht aber meist auch das reflektierte Licht aus. Nachteil an dieser Lösung ist, dass man eventuell teurere Geräte kaufen muss und dass die Reichweite sowie die Flexibilität eingeschränkt ist. Dafür funktioniert aber alles "out-of-the-box" des Herstellers. Mit dem Funkauslöser zu arbeiten ist unserer Meinung nach die beste Lösung, da hier auch eine größere Reichweite überbrückt werden kann. Dazu wird ein Sender auf den Blitzschuh der Kamera gesteckt und auch an jedem Blitz kommt ein Empfänger des Funkauslösers. Solch ein Set für einen Blitz erhält man schon von Yungnuo für circa 30€. Dieses System haben wir selbst auch im Einsatz und sind wirklich begeistert von diesen Auslösern und der Möglichkeit derart kreativ fotografieren zu können. Selbstverständlich gibt es hier auch Unterschiede. So gibt es zum einen Funkauslöser die komplett manuell sind und wo man alles selbst einstellen muss. Allerdings gibt es auch die Luxusmodelle, welche über TTL, Highspeed-Sync und vieles mehr unterstützen. Hier kommt es ganz darauf an, was der Fotograf benötigt und was er bereit ist zu zahlen.
 
Die Blitze, egal ob Aufsteckblitz oder Blitzanlage, muss man natürlich platzieren und ausrichten. Dafür empfiehlt sich ein Lampenstativ mit einer Höhe von über 2 Metern, damit man auch von oben das Motiv beleuchten kann. Damit der Blitz auf dem Stativ hält, empfehlen wir einen Schirmneiger zu verwenden, denn so hat man die Möglichkeit einen Durchlicht- bzw. Reflexschirm anzubringen. Die Schirme sorgen dafür, dass das Licht, welches der Aufsteckblitz abgibt weicher wird. Das bedeutet, dass wir keine harten Schatten produzieren und das Licht gleichmäßiger, weicher und für unseren Geschmack schöner auf das Motiv fällt. Eine Softbox, Beautydish, Waben oder sonstige Lichtformer kann man auf das Stativ dann auch mit entsprechendem Stativkopf befestigen. Zu beachten ist, dass jeder Lichtformer eine andere Bildwirkung erzielt, mit welchen man bewusst arbeiten sollte. Hier eine kleine Übersich, selbstverständlich gibt es noch viele mehrt:
  • Aufsteckblitz ohne Lichtformer: Hartes, direktes Licht mit klaren Schattenkanten aus einer sehr kleinen Lichtquelle
  • Aufsteckblitz mit Schirm: Weiches, gedämpftes Licht mit weichem Schattenverlauf dank einer großen Lichtquelle
  • Aufsteckblitz mit Softbox: Noch weicheres und ausgeglicheneres Licht mit sehr schöner gleichmäßiger Ausleuchtung
  • Aufsteckblitz mit Wabe: Sehr gerichtetes, spotartiges Licht, kleiner Ausleuchtungsbereich
  • Aufsteckblitz mit Beautydish: gemischtes Licht mit Harter Schattenkante aber dennoch auslaufendem Außenschatten
Beim entfesselten Blitzen werden bei uns alle Einstellungen komplett manuell vorgenommen. Die Blitze werden ebenso manuell betrieben, dass hat den Vorteil, dass man zum einen die volle Kontrolle über das Ergebnis hat und zweitens auch günstige Blitze wie den Yungnuo YN-560 verwenden kann. Dieser Blitz ist wirklich toll und hat auch ordentlich Leistung. Damit uns die Power beim Shooting nicht ausgeht haben wir Eneloop Akkus im Einsatz, welche wir wärmstens empfehlen können.
 
Noch ein paar Tipps:
  • Mit Funkauslösern sind meist nur Belichtungszeiten von maximal circa 1/250s möglich, das liegt aber nicht nur an dem Funkauslöser, sondern auch an der Blitzsynchronisationszeit der Kamera.
  • Die Leistung von Aufsteckblitzen ist geringer als die von Studioanlagen, daher wird man meist am oberen Ende der Leistung arbeiten und vielleicht sogar die Leistung mehrerer Blitze kombinieren.
  • Versuche die Blitze so nahe wie nur möglich an das Motiv zu bringen, denn so verlierst du nicht so viel Leistung
  • Bei einem Outdoorshooting darauf achten, dass das Stativ gut steht, denn Durchlichtschirme sind das perfekte Windsegel
  • Die Position und der Abstand der Lichtquelle ist sehr, wirklich seeehr viel wichtiger als der Lichtformer

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