Fotoschule Fotografie

HDR (High Dynamic Range)

fussgaengerzone hdrDas Besondere an einem HDR Foto ist, dass alle Bereiche eines Fotos richtig belichtet sind. Dabei ist es egal, ob es sich um einen hellen Himmel, einen dunklen Schatten oder um die mittleren Bildinhalte handelt, überall sind Details erkennbar. Durch diese interessante Aufnahmetechnik wird Etwas sichtbar, was unser menschliches Auge so nicht kennt. Deshalb wirken solche Fotos schnell "künstlich" oder "übertrieben". Doch gerade darin besteht die Motivition - Etwas sichtbar zu machen, was man sonst in dieser Form nicht sieht. 

Wie erstellt man HDR Aufnahmen?

Am Besten verwendet man für diese Art von Fotografie ein Stativ, denn es werden für das fertige HDR Bild mehrere, möglichst identische Fotos des selben Motivs benötigt. Also ein Foto, wo der helle Himmel korrekt belichtet ist, eines wo die Schatten unter der Brücke korrekt belichtet sind und eines, wo die mittleren Töne, wie die Bäume, richtig belichtet sind. In der Regel sind für ein HDR 3 - 5 Aufnahmen vollkommen ausreichend. Wichtig dabei ist, dass man für die einzelnen Fotos nur die Belichtungszeit verändert und die anderen Werte wie die Blende, den ISO und die Brennweite unverändert lasst. Denn durch das Verändern dieser Einstellungen sind die Bilder  nicht mehr identisch und beim späteren Übereinanderlegen können Probleme auftreten. Am Besten fotografiert man im manuellen Modus M, damit man die volle Kontrolle über die Einstellungen hat. Um beim Beispielbild oben zu bleiben - Wir haben für dieses HDR 9 Aufnahmen mit folgenden Einstellungen gemacht: F16 | ISO400 | 35mm

Dazu haben wir dann bei jedem Foto die Belichtungszeit angepasst (Fahrt mit der Maus über die einzelen Bilder, um die Belichtungszeit zu sehen):

Wie diese Belichtungsreihe anschaulich zeigt, haben normale Kameras nur einen begrenzten Dynamikumfang. Das bedeutet der Sensor der Kamera kann nur einen bestimmten Helligkeitsunterschied erfassen und darstellen. Dabei muss man sich entscheiden, ob man den blauen Himmel haben möchte oder die dunkleren Details unter der Brücke. Die HDR Technik löst dieses Problem, in dem man von all diesen Bereichen ein Foto macht.

Nachdem man seine Fotos gemacht hat, geht es daran, diese Einzelbilder zu einem HDR zusammenzusetzen. Hierfür verwendet man eine der vielen HDR Programme, wir verwenden dafür die Software Photomatix Pro. Diese Umfangreiche Software bietet eine große Menge hilfreicher Funktionen, wie beispeilsweise das Entfernen von Geisterbildern oder eine Stapelverarbeitung. Außerdem hat dieses nützliche Tool ein Plugin für Lightroom, womit der Workflow noch einfacher wird. Weitere Informationen zu diesem hilfreichen und leicht verwendbaren HDR Programm findet man direkt auf der Herstellerseite von HDRsoft. Wer sich die Software direkt herunterladen möchte, kann dies auf der Downloadseite (Produktlink) machen.

Möchte man erst einmal langsam mit der Thematik beginnen und nicht gleich so viel Geld für Lizenzkosten ausgeben, dann sollte man sich unbedingt Photomatix Essentials (Produktlink) ansehen. Hier ist zwar die Anzahl der Einzelaufnahmen auf maximal 5 begrenzt, jedoch kann man dies ausgleichen, in dem man den Abstand in der Belichtung zwischen den Aufnahmen auf 2 Blenden erhöht. Die Funktionen wie Tone Mapping, Geisterbilderentfernung und die automatische Ausrichtung von Geisterbildern wird ebenso Untersützt wie bei der Pro Version von Photomatix.

Anschließend kann man das generierte HDR gegebenenfalls noch in Photoshop bearbeiten und weiter optimieren.

HDR Foto aus einer RAW Datei erstellen (Pseudo-HDR)

Durch den erweiterten Dynamikumfang einer Raw Datei ist es möglich aus ihr ebenfalls ein HDR zu erstellen. Man muss natürlich dazu sagen, dass der Dynamikumfang in einer RAW Datei geringer ist, als in mehreren Einzelfotos. Daher ist diese Vorangehensweise kein Ersatz für das Erstellen von einzelnen Bilder mit verschiedenen Helligkeiten. Um aus einer RAW Datei ein HDR erzeugen zu können, muss man diese in verschiedenen Helligkeiten abspeichern, das heißt, dass man einmal die Helligkeit deutlich reduziert und einmal deutlich erhöht. So erhält man dann 3 verschieden "belichtete" Fotos, welche man im Anschluss wieder zu einem HDR zusammenrechnen kann. Diese Methode eignet sich auch gut für bewegte Objekte, bei denen es nicht möglich ist, eine Belichtungsreihe zu erstellen, wie beispielsweise Wolken und Bäume bei starkem Wind.

Weitere HDR Fotos

HDR1 HDR2

Tags: Tutorial, Fotoschule, Technik