Fotoschule Fotografie

Hochzeitsfotografie

TrauungVorwort

Am 20.07.2013 fand unsere erste Hochzeitsreportage mit Brautpaarshooting statt. Wir haben uns im Vorfeld sehr viel Mühe gegeben, uns auf diese Herausforderung richtig vorzubereiten, damit wir unserem Brautpaar traumhafte Fotos liefern konnten. Dabei stellten wir fest, dass es wirklich sehr viel zu beachten gibt und möchten deshalb unsere Erfahrungen schildern und Tipps geben.

Vorbereitung & Organisation

Eine gute Vorbereitung ist äußerst wichtig bei der Hochzeitsfotografie um professionelle Ergebnisse erzielen zu können. Denn bei solch einem emotionalen Event, wie einer Hochzeit, wird es sehr hektisch zugehen und viele Leute werden leicht reizbar und gestresst sein. Außerdem ist es für den Fotografen immer eine besondere Situationen, denn einerseits soll man nichts verpassen, kreative sein und am Besten überall gleichzeitig verfügbar sein.

Daher ist es wichtig den genauen Ablauf der Hochzeit zu kennen und diesen schon vorher, bei einem Kaffee, mit dem Brautpaar zu besprechen. Dieses Treffen ist perfekt um sicherzustellen, dass alle Erwartungen des Brautpaares erfüllt werden und der Fotograf alle wichtigen Informationen erhält, welcher er für tolle Hochzeitsfotos benötigt. Ein weiterer wichter Punkt, welcher vor der Hochzeit erledigt werden sollte, ist das Begutachten der Location - am besten zur selben Tageszeit um die Lichtverhältnisse besser einschätzen zu können. Bei dieser Gelegenheit kann man bereits die Augen nach guten Positionen offen halten und sich ein Bild von der Location machen. Da es an diesem Tag schon genug Chaos gibt, sollte man als Fotograf der "Ruhepol" sein, das bedeutet, dass man ein wenig die Hektik herausnimmt und die Organisation für seine Gruppenfotos selbst übernimmt um nicht zusätzlich für weitere Hektik zu sorgen. Je besser man als Fotograf den Ablauf des Tages kennt, desto genauer kann man planen. Geht daher bereits im Voraus den Tag durch und setzt euch "Termine" wie z. B. den Friseurbesuch, das Ringanstecken oder den Eröffnungstanz. Denn es gibt nichts schlimmeres, als solche signifikanten Momente zu verpassen, denn wiederholen kann man diese Situationen nicht. Aber auch das Equipment will vorbereitet werden, damit man keine bösen Überraschungen erlebt. Daher eine kleine Liste, welche Fragen ihr euch im Voraus stellen solltet:

  • Ist die nötige Ausrüstung vorhanden bzw. muss etwas geliehen werden?
  • Ist ausreichend Speicherplatz da vorhanden
  • Sind genügend Akkus vorhanden und geladen?
  • Sind die Objektive von Fettfingern, Staubkörnern etc. befreit?
  • Habe ich eine Notfalllösung, falls ein Teil der Ausrüstung streikt?
  • Wie transportiere ich mein Equipment?

An diesem Fest muss alles schnell gehen, plant deshalb das Brautpaarshooting fest in das Programm mit ein und sorgt dafür, dass ihr einen Assistenten für das Braupaarshooting an eurer Seite habt. Unser Shooting hat ca. 90 Minuten gedauert. Kalkuliert daher bitte nicht zu knapp! Bedenkt auch, dass das Wetter euch mal einen Strich durch die Rechnung machen kann und haltet eine Alternative in der Hinterhand. Vielleicht kann man das Brautpaarshooting an einem späteren Termin nachholen oder gibt es eine tolle Indoor Location? Wisst an diesem Festtag bitte genau was ihr tut, denn dieser Tag ist unwiederbringlich und daher bereitet euch so gut wie nur möglich auf dieses Ereignis vor - Ihr werdet dankbar für die aufwändige Vorbereitung sein! Spätestens dann, wenn euch die Braut lobt und euch nicht in der Luft zerfetzt, falls die Bilder nichts geworden sind.

Kreative IdeenFotos im Vorfeld

Dieser Teil ist relativ entspannt, denn was will die Braut schon für Hektik machen, wenn sie beim Friseur sitzt und wartet, dass ihre Haare frisiert werden. Diese Zeit kann man nutzen um zum einen letzte Details durchzusprechen und zum anderen zum Festhalten der Vorbereitungen wie Friseur und Makeup der Braut, Anziehen des Brautkleides, das Brautauto, diverse Detailaufnahmen und vieles mehr. Des Weiteren kann man sich nochmal versichern, dass mit der Ausrüstung alles stimmt und dem tollen und vor allem anstrengendem Tag nichts mehr im Weg steht. Gerade diese Details gehen in der Gesamtheit des Tages beim Brautpaar meist unter und umso mehr freuen sie sich, wenn sie diese Momente nochmal durchleben können.

KircheFotos bei der Trauung

Wichtig ist, dass jetzt alles schnell geht, weil sich die Situationen schnell ändern werden. Angefangen von der Ankunft der Braut und den ersten Fotos der Gäste, über das Einlaufen in der Kirche bis hin zur Zeremonie und dem herauslaufen nach dem Traugottesdienst. Auch findet jetzt meist schon die Geschenkübergabe statt und fast jeder möchte dem Brautpaar seine persönlichen Glückwünsche aussprechen. Vergesst nicht den Moment der Geschenkübergabe zu fotografieren - bei jedem! Auch Aktionen wie das aufsteigen lassen von Tauben, das zersägen eines Holzbocks und viele weitere können nun stattfinden - Aber Achtung! Es muss nicht alles vorher bekannt sein, bestimmt haben sich die Angehörigen auch noch Überraschungen ausgedacht, von denen ihr nichts wisst. Auch hier gilt es wieder sich die beste Position zu sichern, denn jetzt sind alle Gäste anwesend und laufen wild umher und auch die Gäste wollen Fotos machen und somit diesen Tag festhalten. Während dieser Phase muss man schnell zwischen dunkler Kirche und hellem Sonnenlicht wechseln können und auch die Autofokuseinstellungen beherrschen. Auch das Dreieck aus Blende, Verschlusszeit und ISO muss sitzen, damit ihr schnell auf diese schnell wechselnden Situationen reagieren könnt. Es gibt nichts schlimmeres, als den richtigen Moment zu verpassen, weil man an den Einstellungen seiner Kamera bastelt und somit Teile einer Hochzeit verpasst. Wer die Möglichkeit hat, sollte 2 Kameras mit verschiedenen Objektiven verwenden um möglichst schnell und flexibel arbeiten zu können. Verwendet flexible Zoomobjektive, damit ihr nicht durch die Brennweite eures Objektivs beschränkt werdet. Denkt zudem an die Lautstärke in der Kirche, hier am besten den Stummmodus der Kamera verwenden um möglichst nicht aufzufallen und die Aufmerksamkeit der Gäste bei der Zeremonie zu lassen. Ob man einen Blitz verwenden darf, muss im Vorfeld mit dem Pfarrer abgesprochen werden, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt und eure Fotos aufgrund fehlenden Lichts zur Katastrophe werden. Vielleicht muss man sich dann noch ein Lichtstarkes Objektiv ausleihen, um auch in dieser Situation professionell arbeiten zu können.

BrautpaarshootingDas Brautpaarshooting

Das Brautpaarshooting ist wieder etwas entspannter. Das Paar entfernt sich für die Dauer des Shootings von den Gästen und man hat einen festen Zeitrahmen, in welchem man seine individuellen Bilder shooten kann. Hier sind die Kreativität und auch die Spontanität des Fotografen gefragt. Am besten sieht man sich die Location an und beginnt mit den "Standardposen" um das Eis zu brechen und die mögliche "Angst vor der Kamera" zu nehmen. Anschließend kann man weitere, ausgefallene oder auch witzige, Posen ablichten. Versucht möglichst aussagekräftige Fotos in toller Qualität zu schießen, denn diese Bilder werden am meisten gezeigt und das Brautpaar verbindet damit den hoffentlich schönsten Tag ihres Lebens. Wichtig ist hier ein Assistent, der euch mit dem Reflektor oder dem Blitz hilft und euch bei diesem Shooting unterstützt. Im Anschluss an das Paarshooting bietet es sich an Gruppenbilder mit Verwandten, Freunden und Kindern zu machen, um auch diese gemeinsam auf Fotos festzuhalten. Diese Fotos sind auch sehr beliebt und sind eine tolle Erinnerung. Sucht euch hierzu eine ruhige Location wie einen Pavillion oder eine Bank, welche eine ausgeglichene Lichtstimmung bietet. Arbeitet bei Gruppenfotos mit einer kleineren Blende, damit alle Personen scharf sind und keiner in Unschärfe versinkt. Macht am Besten mehrere Fotos mit einem Abstand von 1 bis 2 Sekunden - Damit könnt ihr sicherstellen, dass auf einem der Gruppenfotos alle mit geöffneten Augen und einem Lächeln in die Kamera schauen.

FeierDie Feier

Diese Situation ist vielleicht die schwerste, denn hier gibt es bei wenig Licht viel Bewegung. Zum Eröffnungstanz wird meist das Licht gedimmt um eine romantische Lichtstimmung zu erzeugen. Achtet darauf, dass ihr eine Verschlusszeit verwendet, welche kurz genug ist um Fotos ohne Bewegungsunschärfe zu knipsen (z. B. 1/160s) Dabei müsst ihr die Blende eures Objektives soweit wie möglich öffnen, damit das maximale an Licht auf den Sensor fällt. Das ist aber immer noch nicht genug, auch der ISO muss stark hochgeschraubt werden (ca. 800 - 1600). Bei diesen Werten wird ein Rauschen auf den Bildern sichtbar sein, weshalb ihr im RAW Format fotografieren solltet, damit man das Problem später am PC korrigieren kann. Falls es die Location erlaubt, verwendet einen Blitz um die beweglichen Motive "einzufrieren" während die Lichtstimmung der Umgebung festgehalten wird. Dazu stellt ihr im manuellen Modus eine relativ lange Verschlusszeit von ca. 1/10s ein und wählt eine offene Blende während der ISO bei 400 - 800 bleibt. Dadurch wird die Umgebung richtig in Szene gesetzt, allerdings verwischen nun die Bewegungen - Aber keine Panik, der Blitz, welcher dennoch mit TTL arbeitet, friert die Bewegungen ein, sodass das Foto insgesamt korrekt ist und einen tollen Effekt zeigt! Hier müsst ihr zunächst etwas probieren, damit ihr den Effekt hinbekommt. Achtet auch darauf, dass bei einer großen Blende die Schärfentiefe nur noch sehr klein ist und daher der Fokus sitzen muss. Das nächste Problem besteht darin, dass durch die sehr schlechten Lichtverhältnisse der Autofokus eurer Kamera Schwierigkeiten bekommen könnte die Personen scharf zustellen und länger als normal braucht. Mit dem Autofokushilfslicht, welches viele Blitze bieten, könnt ihr eurer Kamera unter die Arme greifen und so das richtige Fokussieren optimieren und für weniger Ausschuss sorgen. Macht in dieser Situation lieber etwas mehr Bilder, denn trotz dieser Tipps werdet ihr einiges an unbrauchbaren Fotos produzieren.

DetailsDie Details

Die Tischdekoration, der Kuchen, das Hochzeitsauto, der Schleier und gaaaanz viele weitere Motive kann man für Details verwenden. Hier gilt es die Augen offen zu haben und die "unscheinbaren", aber dennoch wichtigen Details einer Hochzeit festzuhalten. Dabei hat man kreativen Freiraum und kann mit Effekten, wie beispielsweise der Unschärfe, spielen. Diese Motive sind ruhig und sinnlich und zeigen interessante Momente der Hochzeit und machen eigentlich immer viel her. Denn das sind Details, die das Brautpaar und die Gäste leicht in der Hektik übersehen und sich dann freuen, diese Motive noch einmal genau anschauen zu können. Daher lasst euch diese Pluspunkte nicht entgehen und haltet auch solche Motive fest.

NachbearbeitungNacharbeit und Präsentation

Das Fotografieren ist nur die Hälfte der Arbeit, der andere Teil ist die Nachbearbeitung und die Präsentation der Fotos. Hier kommt es natürlich darauf an, was vorher mit dem Brautpaar besprochen wurde und was gewünscht wird. Allerdings müssen die Bilder dennoch immer sortiert werden. Wir legen erstmal einen Hauptordner an und kopieren hier ALLE Fotos des Tages hinein. Anschließend gehen wir alle Bilder durch und löschen absolut unbrauchbare Fotos. Im Anschluss legen wir Ordner nach Themen an, wie Abendessen, Kirche, Friseur etc. und sortieren dort unsere Fotos ein. Ist das erledigt werden die Besten Fotos aus allen Bereichen zu einem "Best of" zusammengefasst und nachbearbeitet. Auch die Bilder des Brautpaarshootings werden aussortiert und die Besten nachbearbeitet. Alle bearbeiteten Bilder werden dann in einem extra Ordner gespeichert, sodass wir etwas Ordnung in die vielen Hundert Bilder bekommen. Achtet darauf, dass ihr wirklich nur die Fotos löscht, welche wirklich gar nicht gehen. Lasst lieber ein Bild mehr da, als eines zu wenig. Bei der Bildbearbeitung achtet darauf, auch hin und wieder Effekte wie schwarz/weiß oder eine Vignittierung zu verwenden um eure Fotos abwechslungsreich zu gestalten. Für die Präsentation eignet sich ein kleiner Film mit den "Best of Fotos" mit passender Musik genauso gut wie ein kreatives Fotobuch. Natürlich werden alle Fotos des Tages auch an das Brautpaar übergeben - Aber Achtung! - Das können mehrere Gigabyte sein. Die Übergabe der Ergebnisse macht ihr am besten persönlich, denn so hinterlasst ihr einen bleibenden positiven Eindruck.