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Der Aufsteckblitz

Der Aufsteckblitz in der PraxisIn vielen Situationen reicht die Leistung des eingebauten Blitzes der Kamera nicht aus oder die Kamera hat überhaupt keinen integrierten Blitz, sodass man zu einem externen Aufsteckblitz greifen muss. Dieser Aufsteckblitz erweitert die Möglichkeiten des Blitzens enorm. Angefangen beim indirekten Blitzen über die Verwendung von Lichtformern bis hin zum entfesselten Blitzen bieten Aufsteckblitze zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Allerdings will der richtige Umgang mit solch einem Austeckblitz gelernt sein, damit man sich sein Motiv nicht "totblitzt" und das Foto gelingt.

Nikon SB 700

Es gibt automatische TTL Blitze und manuelle Blitze. Ein Aufsteckblitz, welcher TTL unterstützt, ist in der Lage, die Informationen, die er von der Kamera bekommt, zu nutzen und so automatisch die Leistung und den Zoom des Blitzreflektors einzustellen. So hat man den Vorteil, dass egal welche Kombination aus Blende, Verschlusszeit und ISO an der Kamera eingestellt ist, der Blitz sich diesen Gegebenheiten anpasst und für ein korrekt belichtetes Foto sorgt. Bei den manuellen Blitzen müssen die Einstellungen, wie Zoom und Leistung, vom Fotografen selbst eingestellt werden. Da dies die Gestaltungsmöglichkeiten erweitert, kann man das Ergebnis seinen Vorstellungen entsprechend anpassen. Natürlich können auch TTL-fähige Blitze manuell eingestellt werden, deshalb ist TTL nur eine Funktion mehr, die manuelle Blitze nicht haben. Der Zoom verändert die Position der Blitzröhre im Blitzkopf und verändert somit den Abstrahlwinkel des Blitzlichts. Je höher der Zoom eines Blitzes eingestellt ist, desto gerichteter ist das Licht und umso größer ist die Reichweite des Blitzes.

Die sogenannte Streulichtscheibe eines Aufsteckblitzes dient, wie der Name schon sagt, zum Streuen des Blitzlichtes. Diese wird germe im  Weitwinkelbereich verwendet um dunkle Randschatten bei Weitwinkelobjektiven zu vermeiden und eine gleichmäßige Ausleuchtung zu erhalten. Normale Kitobjektive, >18mm, sind für Aufsteckblitze selbst ohne Streulichtscheibe kein Problem. Man kann diese Scheibe aber auch anders verwenden - so kann man sie beispielsweise als Farbfolienhalter umfunktionieren und an ihr Folien anbringen. Das macht dann Sinn, wenn man an einer Location shootet, bei der sich die Farbe des Blitzlichtes sehr vom Umgebungslicht unterscheidet, zum Beispiel Sonnenlicht. Das kann in einem Restaurant oder in einer Disco der Fall sein, wo viele verschiedene Farbtemperaturen aufeinander treffen. Eine weitere Möglichkeit, wie man diese Streulichtscheibe des Blitzes nutzen kann, besteht darin, sie als kleinen "Diffusor für Arme" einzusetzen. So kann man das Licht beim direkten Blitzen etwas weicher machen und so die härtesten Schatten abschwächen.

Beim indirekten Blitzen wird der Blitzkopf so gedreht, dass das Blitzlicht zunächst auf eine Wand bzw. Decke trifft und von dort das Motiv ausleuchtet. Der große Vorteil besteht darin, dass die reflektierende Fläche viel größer ist, als der Blitzkopf und deshalb das Licht viel weicher wird und die Ausleuchtung gleichmäßiger ist. So kann man harte Schatten und extrem glänzende Stellen vermeiden und ein natürlicheres und angenehmeres Licht erzeugen. Diese Technik funktioniert allerdings nur, wenn man auch eine relativ niedrige Decke hat oder man nah an einer Wand steht, denn sonst wird auch kein Blitzlicht reflektiert und der Blitz geht ins Leere. Außerdem sollte man beachten, dass diese Technik die Blitzleistung beeinflusst, da ein Teil des Lichtes verloren geht. Es ist immer wieder interessant zu beobachten, dass manche Fotografen im freien oder in Räumen mit sehr hohen Decken versuchen indirekt zu Blitzen, ohne Erfolg! - Achtet mal darauf!

Bounce Card"Catchlight-Scheibe" oder "Bounce-Card" - So wird die weiße Plastikkarte am Blitzkopf genannt. Sie reflektiert einen Teil des Blitzlichts beim indirekten Blitzen in Richtung des Motivs, sodass ein schöner Augenreflex entsteht und mehr Tiefe in das Foto gebracht wird. Und auch die Schatten, welche eventuell durch das, von der Decke zurückgeworfene, Licht entstehen, werden durch sie vermindert. Diese Bouncecard kann man aber noch verbessern, indem man die Reflektorfläche vergrößert (z. B. Moosgummi oder Pappe) und damit das Licht noch weicher macht.

 

 

 

Bouncer

Der Bouncer oder von vielen auch "Jogurthbecher" genannt und ist ein Aufsatz, welcher vor dem Blitzkopf angebracht wird. Dieser Aufsatz ist transparent und lässt einen Großteil des Blitzlichtes durch, außerdem streut dieser Aufsatz das Licht und es wird deutlich weicher und angenehmer. Die Ausleuchtung wird gleichmäßiger, die harten Schatten verschwinden und die Bildwirkung wird sehr angenehm und natürlich. Indem man den Blitzkopf zusätzlich dreht, kann man die Lichtstimmung weiter beeinflussen. Diese Bounceaufsätze gibt es auch in verschiedenen Farben, sodass man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann.

 

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