Fotoschule Fotografie

Gegen das Licht fotografiert

Gegen das Licht fotografiertOft hört man die Regel, dass man das Fotografieren in Richtung der Sonne vermeiden sollte. Macht soweit auch Sinn, denn der Dynamikumfang des Motivs übersteigt bei weitem dass, was die Kamera abbilden kann, die Farben werden blasser und es treten teilweise extreme Lensflars (Linsenreflexe) auf. Allerdings können Gegenlichtfotos eine tolle Bildwirkung erzielen und bieten zudem einen schönen Kontrast zu "normalen" Fotos. Meist findet sich in diesen Bildern eine warme Lichtstimmung wieder und macht das Bild damit harmonisch.

Folgende Dinge sollte man bei Aufnahmen direkt in die Sonne beachten:

  • Verwendet eine kleine Blende (große Blendenzahl von ca. 22), denn je kleiner die Blende, desto größere und schönere Strahlen werden erzeugt. Bei einer Blende von beispielsweise f5,6 ist die Sonne nur ein einziger ausgebrannter, weißer Kreis.
  • Dadurch, dass man direkt in die Sonne Fotografiert, ist der Vordergrund meist zu dunkel. Das liegt am Dynamikumfang der Kamera. Die Kamera kann nur einen Dynamikumfang von etwa 12 -13 Blenden verarbeiten. Daher ist entweder der helle Teil des Fotos richtig belichtet und der dunkle Teil des Bildes säuft ab. Umgedreht -  Der dunkle Teil des Fotos ist korrekt abgebildet und der helle Teil, also der Himmel, brennt total aus. Daher empfiehlt es sich entweder den Vordergrund mit Blitzen aufzuhellen (Gut für Portraits geeignet) oder man macht eine Belichtungsreihe. Dabei werden mehrere Bilder vom selben Motiv mit Stativ und gleicher Blende, aber varriierender Verschlusszeit gemacht und am PC verrechnet. Dadurch sind alle Teile des Motivs richtig ausgeleuchtet (HDR).
  • Auch um Lensflares zu vermeiden bietet sich eine Belichtungsreihe an. Hierzu werden mehrere, Fotos mit den gleichen Einstellungenvom Motiv auf dem Stativ gemacht. Dabei verdeckt man die Sonne um die Linsenreflexe zu vermeiden.

Blendensterne

Der Sterneffekt tritt aber nicht nur bei der Sonne auf, sondern auch bei anderen Lichtquellen, die direkt in die Kamera leuchten. Deshalb kann man diese Bildwirkung auch bei Langzeitbelichtungen verwenden und schöne Sterne ins Foto zaubern. Wichtig ist auch hierbei eine kleine Blende um diese Sterne zu erhalten.

Das Aussehen dieser Sterne wird übrigens von der Anzahl der Blendenlamellen beeinflusst. Je mehr Lamellen die Blende eines Objektivs hat, desto mehr Sternstrahlen werden auf den Fotos zu sehen sein.