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Startrails - Sternspurenfotos

Startrails Sternspuren

Was sind Sternspurenbilder?

Startrailfotos, auch Sternspurenbilder genannt, sind Fotos, die vom Sternenhimmel gemacht werden und dem Betrachter ein unheimlich spannendes Bild zeigen. Diese Fotos haben ein ganz besonderes Merkmal: Die Sterne ziehen Kreise am Himmel, während der Vordergrund selbst unverändert bleibt. Dieser tolle Effekt entsteht durch die Drehung der Erde um sich selbst. Das Zentrum des Kreises, um welches sich die Sternspuren drehen, ist der Polarstern. 

Wie mache ich Startrailfotos?

Das ist vermutlich die Frage, welche sich viele stellen werden. Im Grunde muss man folgendes beachten:

  • Um gute Sternspurenfotos zu machen, solltet ihr euch eine dunkle, abgelegene Umgebung suchen. Am besten weit weg von Städten, Autobahnen etc. da diese viel Licht abstrahlen. Diese "Lichtverschmutzung" wird später auf euren Bildern zu sehen sein und ist nicht  ansehnlich!
  • Sucht euch ein interessantes Vordergrundmotiv! Egal ob Gebirge, Gebäude, ein See oder vieles andere. Denn so wird das Startrailfoto erst richtig interessant. Vermeidet jedoch sich bewegende Motive wie Bäume, da diese bei langen Belichtungszeiten verwischen!
  • Achtet darauf, dass ihr keine Wolken am Himmel seht, und die Sterne schön klar zu sehen sind, damit das Foto am Ende nicht trüb oder milchig aussieht und somit die Arbeit umsonst war.
  • Positioniert den Polarstern und somit das Zentrum der Sterndrehung richtig! Am interessantesten ist es, wenn man den Mittelpunkt sehen kann und er an einer besonderen Stelle zu finden ist (z. B. Spiegelachse eines Sees)
  • Verwendet ein stabiles Stativ, damit während der sehr langen Belichtungszeit keine Verwacklungen auf den Bildern sichtbar werden.

Zu den Einstellungen an der Spiegelreflexkamera gibt es folgendes zu sagen:

  • stellt eine möglichst große Blende ein, damit das wenige Licht der Sterne gut eingefangen wird und auch schwachleuchtende Sterne zu sehen sind.
  • wählt einen ISO-Wert, welcher kein Bildrauschen verursacht, denn das zerstört die feinen Sternspuren. (ISO 200 - 800)
  • setzt die Verschlusszeit so, dass die Umgebung oder helle Bildteile nicht zu hell belichtet werden. Meist sind 20-30s optimal.
  • aktiviert den Serienbildmodus und konfiguriert ihn so, dass er circa 100-200 Bilder mit der eingestellten Belichtungszeit hintereinander macht. Je mehr Bilder ihr macht, desto länger werden die Startrails auf euren Fotos. Ein Stern braucht 24 Stunden um einen kompletten Kreis zu ziehen!
  • deaktiviert die "Automatische Rauschunterdrückung" in den Einstellungen, da sonst Lücken in den Sternspuren entstehen können.

Für ein Startrailfoto braucht man gut 1-3 Stunden, deshlab nehmt euch Zeit, ein warmes Getränk und eine Decke mit! Denn wenn man 150 Bilder mit einer Belichtungszeit von 25s macht, sind das immerhin 3750s und  umgerechnet eine gute Stunde. Daher ladet eure Akkus, nehmt ausreichend große Speicherkarten mit, denn wenn ihr einmal mit den Serienbildern angefangen habt, dürft ihr diese nicht mehr bis zum Ende unterbrechen! Sonst habt ihr unschöne Lücken in den Spuren und verwackelt im schlimmsten Fall das komplette Foto und zerstört somit das ganze Foto!

Wenn man diese Bilderflut auf der Speicherkarte hat, so geht es an den zweiten Schritt für tolle Sternspurenfotos:

Die Nachbearbeitung der Sternspurenbilder am PC!

Die Idee, welche wir jetzt verfolgen, funktioniert so: Wir nehmen die gesamten Fotos, welche wir gemacht haben und legen diese mithilfe eines kleinen Programms übereinander. Dabei wird von dem Programm der Vordergrund des Motivs herausgerechnet und somit fixiert. Der Hintergrund mit den Sternspuren wird dagegen überlagert, so werden aus den kurzen Strichen, welche wir noch auf der Kamera gesehen haben, richtige Leuchtspuren. Je mehr Bilder man von dem Motiv hat, desto länger werden dann auch diese Startrails am Ende sein. Das Programm, welches man dazu benötigt heißt "Startrails" und kann hier direkt bei uns heruntergeladen werden: Download von Startrails

Die Bedienung der Software ist intuitiv, sodass man nur seine Quellbilder auswählen muss und anschließend die Berechnung schon beginnen kann. Am Ende kann man dann auswählen, als was man das Bild gerne speichern möchte. Zudem hat man die Möglichkeit ein sogenanntes "Dunkelbild" hinzuzufügen um das eventuell entstandene Rauschen zu reduzieren und somit ein besseres Endergebnis zu erhalten. Nachdem man das Startrailfoto hat, kann man diese noch in einem anderen Bildbearbeitungsprogramm öffnen und die Tonwerte, den Weißabgleich, die Schärfe oder den Bildschnitt optimieren.

Man kann die Einzelfotos selbstverständlich auch zu einem Zeitrafferfiilm zusammen setzen und als Video ansehen:

Rohrbühl in Münchberg

Hintere Höhe See in Münchberg

Feld bei Leupoldsgrün